Fachartz-Weiterbildung in Deutschland

Nachdem die Medizinstudenten ihre Approbationsurkunde erhalten haben und der „Hippokratische Eid“ abgelegt worden ist, können sie unbefristet und unbegrenzt in Deutschland als Ärtzte arbeiten. Beruflich ist nun aber zuerst eine Anstellung in einer Klinik zwingend erforderlich. Űblicherweise wird eine Fachartz-Weiterbildung begonnen, da anderenfals nur lebenslang als Assistenzarzt an einem Krankenhaus gearbeitet werden kann oder alternativ als niedergelassener Artz ohne Kassenzulassung (also nur für Privatpatienten).

Die Fachartz-Weiterbildung dauert je nach Gebiet fünf bis acht Jahre. Jeder einzelne erhält einen so genannten „Weiterbildungsorden“, den er im Laufe der Weiterbildung komplett abzuarbeiten hat. Vorgeschrieben sind hier beispielsweise 500 Bauch-Ultraschalluntersuchungen, 50 Langzeitblutdruckmessungen, usw.. Außerdem soll/muss es jährlich ein Weiterbildungsgespräch mit dem jeweiligen Chefartz geben.

Ein wichtiger Problempunkt bei der Fachartz-Weiterbildung sind die Neuregelungen der neuen Approbationsordnung seit 2007. Durch Umstellungen ist die so genannte „volle Weitebildungsermächtigung“ nur bei Chefärtzten gegeben, die das gesamte (!) Fachgebiet abdecken können und abdecken dürfen, anderfalls haben die Chefärtzte nur eingeshränkte Weiterbildungsermächtigungen (z.B. für drei Jahre) für eben die von ihnen koomplett abgedeckten Teilbereichen. Eine Besonderheit gilt noch für den Fachartzbereich Allgemeinmedizin: Als einzige Fachartz-Weiterbildung (Dauer fünf Jahre) gibt es hier eine Splittung in drei Jahre Klinikzeit und zwei Jahre in einer niedergelassenen Praxis, wobei der niedergelassene Fachartz ebenfalls die entsprechende Weiterbildungsermächtigung braucht.

Am Ende der Weiterbildungszeit erfolgt fie Fachartz-Prüfung. Die Kandidaten haben sich dazu selbst bei der zuständigen Landesärtztekammer anzumelden und zu einem vorgegebenen Termin der Prüfung zu stellen. Diese besteht nur aus einem mündlichen Fachartzgespräch, das in der Regel vier bis sechs Stunden dauert. Danach wird bei Bestehen das Fachartz-Diplom vergeben. Eine eventuelle Promotion kann bereits nach dem 1. Staatsexamen begonnen werden, die Aufnahme erfolgt meist aber erst im 9. oder 10. Semester. Für Ärtzte in Deutschland ist die Promotion aber nicht generell erforderlich. Auch fertige Fachärtzte/-innen unterliegen einem jährlichen Fortbildungszwang, sie müssen jährlich eine bestimmte Anzahl „Weiterbildungspunkten“ (derzeit 150 Punkte pro Jahr) erwerben. Dazu ein Beispiel: Ein Strahlenschutzkurs (Dauer drei Tage über ein Wochenende hinweg, selbst zu bezahlen) bringt 25 Weiterbildungspunkte.

Erbringt ein Fachartz über einen längeren Zeitraum die vollen Weiterbilduungspunkte nicht, kann nach mehreren Strafmaßnahmen schlimmstenfalls sogar die Fachartz-Anerkennung gestrichen werden.